Kopernikusstadt - Frauenburg

Vom Glockentrum, der schräg gegenüber vom gotischen Dom in Frauenburg (Frombork) steht, reicht der Blick weit über das Frische Haff und - bei guter Sicht - in die russische Exklave Kaliningrad (Königsberg) hinein.

 

Neben dem herrlichen Ausblick hat der Glockenturm seinen Gästen aber noch ein Planetarium mit einem Foucault'sches Pendel zu bieten. Dass ausgerechnet in einer kleinen verträumten Stadt im Nordosten Polens ein Planetarium zum Besuch einlädt, haben die Frauenburger Nikolaus Kopernikus zu verdanken. Der Astronom lebte hier von 1517 bis zu seinem Tod am 24. Mai 1543. Er hat die heliozentrische Theorie entwickelt, die besagt, dass sich die Erde um ihre eigene Achse und jedes Jahr einmal um die Sonne dreht. Mithilfe des Foucaultschen Pendels lässt sich die Erdrotation nachweisen. In Frauenburg begann Kopernikus mit der Arbeit an seinem Hauptwerk "De Revolutionibus Orbium Coelestium" ("Von den Bewegungen der Himmelskörper").

 

Den Dom von 1329 errichete die Kirche aus Angst vor Überfällen der Pruzzen in Frauenburg. Umgeben ist der Dom von einer Wehrmauer, in deren Nordwestecke ein Glockenturm steht. Er befand sich der Überlieferung nach zwischen 1504 und 1543 im Besitz von Kopernikus. Hier soll sich der Astronom ein Arbeitszimmer und ein Observatorium eingerichtet haben.

 

Im Bischofspalast neben dem Dom ist heute das Kopernikus-Museum untergebracht, in dem verschiedene Gegenstände zu sehen sind, die an Kopernikus erinnern. Das Heilig-Geist-Spital gehört zum Nicolaus-Kopernikus-Museum. Untergebracht ist hier die medizin-geschichtliche Abteilung des Museums.