Smaragdgrünes ultramarinblaues Wasser

Die großen Masurischen Seen

Die landschaftliche Schönheit der Großen Masurischen Seen ist legendär. Die eiszeitliche Moränenlandschaft besteht aus rund 3000 Seen mit einer Größe über einem Hektar. 25 der schönsten Seen sind durch malerische Kanäle und idyllische Flussläufe miteinander verbunden. Die kleineren Seen nennt man im blumigen Polnisch auch "Himmelsaugen", weil sich die Wolken im smaragdgrünen bis ultramarinblauen Wasser spiegeln. Das Land selbst ist wellig aber eher flach, die höchsten Berge erheben sich nur etwas über 300 Meter. An Land bietet Masuren stille Kopfsteinpflasterstraßen, uralte Alleen, Störche, Seeadler, Kraniche und leuchtende Rapsfelder - ein Bootsrevier, das seinesgleichen sucht.

Törnvorschläge (führerscheinfrei)

Rundtörn: Süd-Törn - 10 bis 14 Tage

Fahrt von Piaski nach Süden und nach Norden und zurück

10-14 Tage / 150-220 km / 0 (4) Schleusen

Rundtörn: Süd-Törn - 4 bis 7 Tage

Piaski, Spirding, Johannisburg, Nikolaiken, Niedersee und Seen

4-7 Tage / 80-120 km / 0 (4) Schleusen

Rundtörn: Nord-Törn - 7 bis 10 Tage

Piaski, Spirding, Nikolaiken, Rhein, Lötzen, Steinort, Angerburg und zurück

7-10 Tage / 120-180 km Törn / 0 Schleusen

Der Spirdingsee und der Süden

Der Süden - flacher und sandiger als der Norden - bietet viele stille Seen und ruhige Orte unter dem hohen Himmel. In der Hochsaison jedoch erfüllt quirliges Leben Nikolaiken (Mikolajki). Der Hauptort der südlichen Seenkette gilt als das masurische Venedig und im Sommer scheinen mehr Boote als Autos die Stadt zu bevölkern. Die attraktive Uferpromenade wurde zur Jahrtausendwende neu gestaltet. Restaurants, Eiscafés, kleine Läden und fliegende Händler findet man hier - ideal um einen Nachmittag zu verbummeln.

 

Nicht weit ist es auch zur Ureinwohnersiedlung "Galindia" am Beldahnsee, bei der man viele schöne und skurile Holzschnitzereien bewundern oder in den weitläufigen Katakomben ein kühles Bier genießen kann. Der benachbarte 114 Quadratkilometer große Spirdingsee (Jezioro Sniardwy) hat fast Müritzgröße - über ihn führt der Törn durch den Wagenauer Kanal und eine Schleuse nach Johannisburg (Pisz), oder über Spirding (Wierzba) und eine schöne Seenkette in das Urlaubszentrum Niedersee (Ruciane-Nida). Je weiter man sich von Nikolaiken entfernt, desto ruhiger wird es - bis hin zum Ankerplatz im Roschsee, den man selbst in der Hauptreisezeit für sich alleine haben kann.

Der Mauersee und der Norden

Die nördlichen Seen mit dem 104 Quadratkilometer großen Mauersee sind von dichtem Mischwald und fruchtbarem Boden umgeben - kaum verwunderlich, dass hier der preußische Hochadel seine schönsten Herrenhäuser erbaut hat. Lötzen (Gizycko) gilt aufgrund seiner Lage und Größe als Hauptstadt des Wassersports. Die Ende des 19. Jahrhunderts fertiggestellte Drehbrücke, die Auto- und Bootsverkehr noch heute regelt, ist die Attraktion des Ortes. Noch aus einem anderen Grund versammelt sich alles in der Nähe der Brücke: Die liebevoll mit Blumen gestaltete Uferpromenade verfügt über einen kostenlosen W-Lan-Hotspot. Die Wartezeit vor der Brücke kann man sich mit Internetsurfen vertreiben oder schon die ersten Urlaubsfotos nach Hause mailen. Oder man besucht die Gemüsefrau nahe der Eisenbahnbrücke, den Fleischer in der Querstraße oder den Supermarkt eine Ecke weiter.

 

Maritimer Mittelpunkt im Norden des Reviers ist neben Lötzen die Marina Steinort. Der Hafen liegt geschützt, ist sehr gepflegt, mit vielen maritimen Serviceangeboten und einer Freiluftbühne ausgestattet. Außerdem ist Steinort (Sztynort) ein guter Ausgangspunkt für einen Ausflug in die deutsche Geschichte: An das Hafengelände grenzt das Schloss Steinort der Familie von Lehndorff (Heinrich Graf von Lehndorff wurde wegen seiner Beteiligung am Attentat auf Hitler 1944 hingerichtet). Wer sich für einen Tag vom Boot trennen kann, sollte außerdem einen Fahrradausflug zum etwa 16 Kilometer entfernten Ort des Geschehens, zum ehemaligen Führerhauptquartier Wolfsschanze unternehmen, das heute ein erlebenswertes Museum und Gedenkstätte des Attentats ist.

 

Mit Angerburg (Wegorzewo) ist der nördlichste Punkt des Reviers erreicht. Es lohnt sich, an mehreren Marinas vorbeizufahren und im hintersten Winkel des Wasserwegs festzumachen, direkt vor dem Schloss im alten Stadthafen. Von hier aus ist auch das Freilichtmuseum schnell erreicht, in dem masurisches Landleben aus dem letzten Jahrhundert anschaulich und zum Mitmachen und Ausprobieren dargestellt wird.

Essen, Angeln, Schleusen

An Land Essen macht Spaß an den Masurischen Seen. Vor allem, weil das Preis-Leistungsverhältnis mehr als in Ordnung ist. Gute Hausmannskost wird in vielen Häfen zu einem Preis serviert, der die Bordkasse schont.

 

Hecht, Wels, Zander und Maräne - auch bei den Fischarten wetteifert die Naturlandschaft der Masuren mit der Mecklenburgischen Seenplatte. Zum Angeln brauchen Sie eine spezielle Erlaubnis, die Sie vor Ort erwerben können.

 

Im gesamten befahrbaren Revier gibt es nur zwei Schleusen im Süden, die beide wenig zusätzliche Seen erschließen. Damit eignet sich das Revier also insbesondere für Leute, die das Schleusen nicht so lieben - die Orte Niedersee und Johannisburg können Sie auch von der Basis aus besuchen.